Artikel im Westfälischen Anzeiger

 

Jan Biermann und Jeany Bode sind im Jubiläumsjahr das Königspaar in Sandbochum

Vor 175 Jahren wurde der Schützenverein Sandbochum gegründet: Die Ehre, dem Verein in diesem besonderen Jubiläumsjahr als König vorzustehen, errang Jan Biermann, der in einem spannenden Schießen mit dem 246. Versuch den Vogel herunterholte. Zu seiner Königin nahm er seine Freundin Jeany Bode. Der Hofstaat der beiden besteht aus den folgenden Paaren: Max Biermann und Michelle Wrede, Till Möller und Lisa Poth, Julian Brandt und Inga Weber, Philipp Schmersträter und Kathrin Plümper, Gerrit Hellwig und Lea Weber, Oliver Brandt und Leonie Hartmann, Tim-Paul Schmiedel und Katharina Degelmann, Mirco Gottschlich und Sarah Kazmierski sowie Maximilian Poth und Franziska 

 

175jähriges Jubiläum mit fast 20 Vereinen

Sandbochum – Nach dem erfolgreichen Auftritt am Freitagabend von Ballermann-Star Tim Toupet mit einer tollen Stimmung und einer randvollen Halle auf dem Gelände der Firma Mennigmann, ging es am Samstag nahtlos weiter: Durch Sandbochum zog eine große Parade – ein weiterer Höhepunkt im Zuge der Feierlichkeiten „175 Jahre Schützenverein Sandbochum“.

Ziel war erneut Mennigmann, wo ein Festplatz mit vielen Ständen aufgebaut war und am Nachmittag das große Vogelschießen stattfinden sollte. Für die Kinder gab es Hüpfburgen und Wurfspiele. Erwartet wurden über 600 Gäste.

Trotz flimmernder Hitze marschierten viele in ihren Uniformen mit. Mehr als 500 Teilnehmer wurden gezählt, neben zehn Gastvereinen aus dem Schützenwesen auch sechs Musikkapellen. Am Ende liefen das amtierende Sandbochumer Königspaar, Tim und Bianca Steckenreuter, und sein Hofstaat. Es beendete mit dem Auftritt gleichzeitig seine Regentschaft.

Große Reden wurden an diesem Tag nicht gehalten. Die hatte es bereits beim Festkommers im Mai gegeben. Oberbürgermeister Marc Herter gratulierte dem Schützenverein Sandbochum zu seiner langjährigen Tradition. Er hatte die Ehre, den ersten Schuss auf den Vogel abzugeben. Mit einem dreifach kräftigen „Horrido!“ begann anschließend das Vogelschießen, aus dem Jan Biermann als Sieger hervorging.

Neben ihm standen an diesem Tag noch zwei weitere Mitglieder im Mittelpunkt: Für ihre besonderen Verdienste um das Schützenwesen wurden sie vom Stadtverband geehrt. Josef Mennigmann bekam die Silberne Anstecknadel für 32 Jahre aktiven Dienst im Vorstand und stete Unterstützung und Sponsoring der Baumaßnahmen für das Vereinsheim und den Schützenplatz. Für das Jubiläumsfest hatte er erneut sein Firmengelände an der Romberger Straße zur Verfügung gestellt. Von 1987 bis 1989 war er selbst Schützenkönig. Der amtierende Schützenkaiser, Jürgen Brandt, bekam die Goldene Nadel. Er leistet seit über 40 Jahren Vorstandsarbeit in verschiedenen Abteilungen wie der Avantgarde und im Hauptverein. Er war lange Schriftführer und war selbst Schützenkönig von 1993 bis 1995. Die dazugehörigen Urkunden wurden von Bianca Steckenreuter verlesen.

Beide wurden am Sonntag auch noch einmal vereinsintern geehrt. Neben ihnen wurden mit Harald Nölken, Bernd Bispinghoff und Egon Brand drei weitere Schützen für ihre langjährigen Verdienste ausgezeichnet. Auch die Jubelkönigspaare (für das 60-jährige Jubiläum: Else Bußmann, für das 50-jährige Jubiläum: Ernst Crüsemann und Elisabeth Schürmann; für das 40-jährige Jubiläum: Norbert und Heike Mehringskötter) und das Jubelkinderkönigspaar von 2000 bis 2002 (Arnika Krämer und Oliver Loer, der noch einen Orden erhielt) wurden geehrt. Heinrich Budde, Günter Wittnik (beide 60 Jahre), Hartmut Wäsche (50 Jahre), Rolf Kötter, Jürgen Krämer (beide 40 Jahre) sowie Jan Altberg. Michael Blüggel, Thomas Budde, Tim Fickermann, Frank Hoffmann, Michael Kampert, Hendrik Kampert, Jochen Krämer, Wolfgang Schmitt, Tim Steckenreuter und Marcus Suntrop wurden als Jubilare (alle 25 Jahre)

 

Festkommers zum 175-jährigen Bestehen des Schützenvereins Sandbochum

 
 

Sandbochum – Die Liste der Ehrengäste zum Festkommers war ähnlich lang wie die 175-jährige Geschichte des Schützenvereins Sandbochum 1850. Beides vorzutragen übernahm am Sonntag Vorsitzender Werner Brandt. Da er ja selbst auch schon fast 25 Jahre erster Mann im Vorstand sei, wie Oberbürgermeister Marc Herter anschließend bemerkte.

Zu Gast im Vereinsheim an der Heinrich-Budde-Straße waren die Vertreter von Schützenvereinen der Umgebung, aber auch vom befreundeten Verein aus Altenbeken. Zudem begrüßte Brandt das komplette Dorfleben in Sandbochum von der Feuerwehr, den Landwirtschaftlichen Ortsverein oder den Frauentreff. Und natürlich den ortseigenen Spielmannszug, der am Sonntag aufspielte.

Die lange Tradition des Jubilars sei schließlich eng verwoben mit der Entwicklung des auf Sand gebauten Dorfes, bereits 858 erstmals namentlich genannt. Das erste Schützenfest feierten die Sandbochumer schon 1848, damals noch vereint mit den Rünther Schützen im lockeren Verbund. Und sie feierten klein, nicht in Uniform, die sie sich nicht leisten konnten, sondern im Blaukittel, erinnerte Brandt an andere Zeiten.

Viel Platz nahm in seiner Rede die Geschichte des Vereinsheims auf dem Standort der ehemals einklassigen Dorfschule ein. In den 1960er-Jahren sei die dann dreiklassig ausgebaut worden, da Sandbochum über 500 Einwohner bekommen hätte. Sanitäranlagen wurden angebaut. 1968 endete die Schulzeit für alle Jahrgänge in einer Klasse nach nur drei Jahren. „Auch damals schon wurden Steuergelder verschwendet.“

Die neue Schule stand lange leer, sollte veräußert werden. Zähe Verhandlungen mit der Stadt brachten allen Vereinen Sandbochums dann ein Heim. „Was ihr mit eigenen Händen schön umgebaut habt“, lobte Herter die stetigen Umbauten. „Respekt für die Eigenleistung und eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes. Nicht Staat oder Stadt organisieren eine solche Dorfgemeinschaft, sondern Menschen“, sagte der OB als erster einer langen Reihe von Gratulanten, die „westfälische Flachgeschenke“ übergaben.

Solche Reden sind wegen des Anlasses wichtig, aber auf dem Schützenfest selbst unpassend. Da würden die Leute schließlich feiern wollen. „Deswegen ein solcher Kommers zum Jubiläum“, erklärte Brandt. Und er wies die Gäste darauf hin, dass das vom 20. bis 22. Juni auf dem Gelände der Gartenbaufirma Mennigmann stattfinden werde. Viel Platz sei dort vorhanden, wie auch eine gute Infrastruktur. Und geprobt hätten die Schützen auf dem Gelände schon zum Avantgarden-Jubiläum und zur Feier des 150-jährigen Geburtstages des Vereins.

Eine Festschrift wie im Jahr 2000 wird es diesmal nicht geben. Brandt bewarb einen Kalender, der auf der einen Seite ein Foto, auf der anderen mit Texten bestückt ist. Der Vorstand habe sich zum 175. Jubiläum für diese zeitgemäßere Form der Erinnerung entschieden.

 

Schützen nehmen Jubiläum 2025 ins Visier

Neu aufgestellt: Im Vorstand des Schützenvereins Sandbochum gab es die eine oder andere Änderung.

 

Obwohl das neue Jahr gerade erst angefangen hat, richtet der Schützenverein Sandbochum den Fokus bereits auf 2025. Dann begeht der Verein sein 175-jähriges Bestehen. Und das soll vom 20. bis 22. Juni 2025 groß gefeiert werden.

Das Jubiläumsschützenfest war daher auch ein großes Thema auf der Jahreshauptversammlung, die am Samstag im Vereinsheim stattfand. Den 73 anwesenden Mitgliedern wurden die bisherigen Pläne und das weitere Vorgehen vorgestellt. So steht bereits fest, dass die Partyband „Querbeat“, die beim Schützenfest 2023 sehr gut angekommen war, als Band auch für das Jubiläum verpflichtet wurde.

Apropos: Der 1. Vorsitzende, Werner Brandt, blickte auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück. Das erste Schützenfest nach vier Jahren Corona-Pause sei ein großer Erfolg gewesen, so sein Fazit. Alle geplanten Vereinsveranstaltungen habe man durchführen können. Die Resonanz und der Zuspruch seien sehr positiv gewesen. Besonders erwähnt wurde der Glühweinabend am Jahresende, zu dem das Königspaar Bianca und Tim Steckenreuter samt Hofstaat spontan eingeladen hatte und bei dem ein Spendenbetrag von 1 200 Euro zugunsten der Aktion „Lichtblicke“ zusammengekommen ist.

Bei den Wahlen gab es Änderungen im geschäftsführenden Vorstand, da der langjährige 1. Schriftführer aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte. Nach den Wahlen setzt sich der neue Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Werner Brandt, 2. Vorsitzender Tim Steckenreuter, 1. Kassierer Karsten Ohlendorf, 2. Kassierer Marc Sutthoff, 1.  Schriftführer Matthias Budde (bisher 2. Schriftführer) sowie 2. Schriftführer Ansgar Koenen (bisher Beisitzer). Weiter wurden als neue Beisitzer gewählt: Jörg Budde und Patrick Freitag.

In diesem Jahr freut sich der Verein insbesondere auf das Sommer- und Kinderschützenfest am 18. und 19. Mai, bei dem ein neuer Schützenkaiser ausgeschossen wird. Weitere Höhepunkte des Jahres sind das Avantgarden-Schützenfest am 8. Juni sowie ein Oktoberfest am 28. September. stg/WA



Quellenangabe: Westfälischer Anzeiger Hamm vom 10.01.2024

 

 

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